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PolsterNET, das europ. B2B Portal für Polstermöbel aus Oberfranken   Norbert Furche

Flexibel für den Handel

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Möbelkultur:

Erstmals in diesem Jahr haben sich die Teilnehmer der Hausmessen-Oberfranken dafür entschieden, ihre Ausstellungen nicht nur im Herbst, sondern auch vom 11. bis 13. Mai anlässlich der Frühjahrs-Partnertage zu öffnen. Was versprechen sich die Unternehmen von dem neuen Termin und was bedeutet er im Hinblick auf die aktuelle Finanzkrise? Die „möbel kultur“ hat beim Sprecher der Hausmessen Oberfranken, Nobert Furche, nachgefragt.

möbel kultur: Herr Furche, nachdem die M.O.W. in den Mai vorverlegt wurde, haben sich auch die oberfränkischen Polstermöbelhersteller entschieden, ihre Ausstellungen in diesem Frühjahr zu öffnen. Welche Erwartungen haben Sie?

Norbert Furche: Wir haben uns neben der üblichen Herbstmesse für einen zusätzlichen Frühjahrstermin entschieden, um auch in einem wirtschaftlich schwierigen Jahr noch größere Präsenz zu zeigen. Der neue Mai-Termin soll dem Handel zusätzlichen Schwung und weitere Impulse geben.Gleichzeitig möchten wir uns damit auch dem nach vorn gelegten Termin für die M.O.W. anpassen.

Die Ausstellungsflächen sind bei den Herstellern vorhanden und können genutzt werden.Der Herbsttermin für die Hausmessen Oberfranken bleibt aber zusätzlich bestehen. Damit bieten wir dem Handel die Möglichkeit, auch in der zweiten Jahreshälfte Neues zu sehen und den Kunden ein überarbeitetes Angebot zu präsentieren. Ob wir die beiden Termin allerdings auch in den kommenden Jahren beibehalten, kann ich noch nicht sagen. Das wird sich nach den Herbstmessen entscheiden. Gemeinsam mit der Hausmesse Süd, die nun ja ebenfalls zusätzliche Frühjahrs-Partnertage veranstaltet, werden wir dann überlegen, wie wir uns in Zukunft aufstellen.

möbel kultur: Was bedeutet der zusätzliche Frühjahrs-Termin im Hinblick auf die derzeitige Finanzkrise?

Norbert Furche: Natürlich bedeutet ein zweiter Termin auch zusätzliche Kosten. Diese nehmen wir aber in Kauf, weil wir hoffen, unsere Geschäftssituation auch in einem Krisenjahr stabil zu halten. Die Hersteller aus Oberfranken sind in der Regel gut finanziert, sehr kostenbewusst und dadurch in der Lage, Problemsituationen zu meistern.

möbel kultur: Die oberfränkische Polstermöbelindustrie hat sich im Gegensatz zur gesamten deutschen Branche im vergangenen Jahr äußerst positiv entwickelt. Worauf führen Sie das gute Ergebnis zurück?

Norbert Furche: Eine Stärke der Oberfränkischen Polstermöbler liegt in Ihrer Flexibilität. Die Ansprüche der Konsumenten im Hinblick auf Individualität sind gestiegen. Sie möchten selbst über Sitzhärte, Bezug, Höhe der Armlehne oder Form des Fußes entscheiden. Die oberfränkischen Hersteller sind darauf spezialisiert. Variabel gehen sie auf die unterschiedlichsten Kundenwünsche ein. Im Gegensatz zu den Importeuren verfügen sie zudem über eine schnelle Lieferbereitschaft. Sie können die bestellten Produkte problemlos innerhalb vorgegebener Zeiten bereitstellen. Das ist ein Wettbewerbsvorteil für einheimische Hersteller.

möbel kultur: Und wie entwickelt sich die Situation für die oberfränkischen Polstermöbelhersteller aktuell?

Norbert Furche: Das vergangene Jahr ist gut verlaufen. Wir konnten ein Plus von 5,2 Prozent verzeichnen. Bei der Umsatzproduktivität verbesserten sich die oberfränkischen Polstermöbelhersteller durch stringentes Kostenmanagement um sechs Prozent. Die Unternehmen sind gut aufgestellt und überwiegend auch gut ausgelastet. Seit dem vergangenen Herbst bestätigt sich bei uns wieder einmal die Erkenntnis, dass schlechte Autojahre gute Möbeljahre sind.

möbel kultur: Wirkt sich die gerade verlängerte Abwrackprämie für Autos nicht negativ auf den Verkauf von Möbeln aus?

Norbert Furche: Nein, die Abwrackprämie tangiert uns bis jetzt nicht so sehr. Der Grund dafür ist, dass sie nur von einem kleinen Kreis in Anspruch genommen wird. Menschen, die alte Autos haben, kaufen sich jetzt ein neues, weil sie sich vor der Einführung des Zuschusses nicht unbedingt eines leisten konnten. Außerdem bewegen sich die Kosten für ein Auto in einem anderen Rahmen als die für Möbel. Sie sind deutlich höher. Die Abwrackprämie hält den Einbruch für die Automobilindustrie nur auf.

Ich denke, dass dieser später umso deutlicher sein wird. Den oberfränkischen Polstermöbelherstellern und auch dem Handel ging es bis Ende März relativ gut. Jetzt lassen die Aufträge zwar etwas nach, aber das liegt an der allgemeinen Situation.

möbel kultur: Dann machen sich erste Eintrübungen also bereits bemerkbar. Nach Ihrer Einschätzung wird dieses Jahr wirtschaftlich recht schwierig. Wo liegen Ihrer Meinung nach 2009 die größten Herausforderungen für die oberfränkische Postermöbelindustrie?

Norbert Furche: Unternehmen, die im Export sehr stark sind, haben einige Schwierigkeiten. Solange in Deutschland die Zahl der Arbeitslosen nicht nennenswert steigt, glauben wir aber, dass die Geschäftslage gehalten werden kann. Sollte die Arbeitslosigkeit jedoch die Vier-Millionen-Marke überschreiten, wird das schwieriger, denn dann wird auch das Konsumverhalten merkbar nachlassen.

Nach unseren Umfragen rechnen die meisten Hersteller im Laufe des Jahres mit Eintrübungen. Die Beurteilung der Ertragssituation ist für 2009 gedämpft. Hatten im vergangenen Jahr noch 46 Prozent der Befragten eine gute Entwicklung erwartet, gehen jetzt nur noch 15 Prozent davon aus. 39 Prozent erwarten, dass sich die Ertragslage verschlechtert, 46 Prozent, dass sie gleich bleibt. Krisenzeiten müssen überstanden werden. Darin liegt die größte Herausforderung. Um das zu meistern, ist es wichtig, die Kostenlage stetig zu überprüfen. Derzeit sind die Unternehmen bemüht, ihre Ausgaben zu verringern und die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Eine gute Eigenkapitalausstattung ist in diesen Tagen Gold wert. Schließlich ist man dann nicht auf die Finanzierung durch die Banken angewiesen. Deshalb sind wir im Großen und Ganzen davon überzeugt, dass wir dieses Jahr gut überstehen und hoffen auf ein sich stabilisierendes Folgejahr 2010.

möbel kultur:
Das Gespräch führte Doris Schmidt